„Die drei ??? – GPS-Gangster“

gps-gangster

Die Hörspiele über die drei Fragezeichen haben mich in meiner Kindheit lange begleitet, deswegen konnte ich nicht wiederstehen, als ich hörte, dass es in diesem Jahr eine Folge geben soll, bei der es um Geocaching geht. Ok, das Buch ist schon seit 2012 draußen, ist also nicht wirklich neuer Stoff. Wollen wir mal sehen, ob sich der Herr Sonnleitner vorher schlau gemacht hat.

 

Inhalt

GPS-Gangster beginnt, wie soll es anders sein, mit einer Cache-Suche der besonderen Art. Justus, Peter und Bob sind nicht nur auf der Suche irgendeine Dose zu finden, sondern müssen offenbar in einer bestimmten Zeit am Final ankommen. Dort sollen sie eine Prinzessin (-Puppe) retten bevor die Zeit abgelaufen ist und sie wieder im Teich versinkt. Diese aufwendige Installation ist Teil eines Geocaching Wettbewerbs der Track-Cracker, eines Geocaching Vereins. Obwohl die Detektive die “Prinzessin” nicht retten können, gewinnen sie den Wettbewerb. Sie haben die Rätsel von allen Teilnehmern am schnellsten gelöst.

Nach dem Wettbewerb kommt auch die obligatorische Definition, was denn nun Geocaching eigentlich ist, nicht zu kurz. Allerdings erzählt Justus, dass Tauschgegenstände, die in den Cache gelegt werden, “stash” heißen. Da wüsste ich ja gerne mal, wo der Autor das gelesen hat.

Sie werden von der Organisatorin des Wettbewerbs Deborah Rodman beauftragt nach Captain Scull zu suchen. Dieser Dieb treibt in der Stadt sein Unwesen. Er hinterlässt eine rückwärts laufende Uhr und einen Rätsel-Multi mit 3 Stationen (Dies wird im Hörspiel allgemein verständlich beschrieben also eben nicht “Multi” genannt.) Wenn die Polizei rechtzeitig an der dritten Station ankommt, soll der gestohlene Kunstgegenstand dort zu finden sein.

Die Hauptverdächtigen der Polizei sind die lokalen Geocacher. Deborah Rodman hat Angst, dass dies ein schlechtes Licht auf das Geocaching wirft und dass die Bevölkerung dem Hobby verstärkt mit Abscheu oder Angst begegnen könnte. Deswegen hat sie die Idee, dass die drei Fragezeichen bei der Suche nach Scull behilflich sein könnten.

Zunächst treffen sich die Detektive mit Inspektor Cotta, um mehr Details in Erfahrung zu bringen. Sie bekommen alle Details der letzten Kunstraube und Rätselcaches. Sie ermitteln bereits ein paar Zusamenhänge zwischen den Diebstählen.

Nach ein paar Befragungen werden die Dektektive hinzugezogen als der nächste Diebstahl entdeckt wird. An dieser Stelle wird es für Geocacher interessant, denn nun müssen die drei Detektive Rätsel lösen.
Justus macht hier seinem Streber-Image alle Ehre. Der Rätseltext lautet: “Der Fuß ist keine große Stütze auf eines deutschen Zuges Spitze, wo findet sich des Teufels Zahl, inmitten ihrer heiligen Qual.”

Ok, dass wohl der Berg “Zugspitze” gemeint ist, kann man sich noch denken. Auch das “des Teufels Zahl” die 666 ist, ist manchem schon mal unter gekommen. Nun reimt sich Justus allerdings zusammen, dass die heilige Qual die “heilige Zahl 3” ist, dabei habe ich in Erinnerung, dass die 7 wohl mindestens genauso bedeutend ist. Die Höhe der Zugspitze hat er natürlich auch gleich im Kopf, sowohl in Metern als auch in Fuß. Aus all diesen Zahlen ermitteln die Detektive dann . N 34 ° 2,962′  weil die Zugspitze 2962 m hoch ist und W 118° 36,663′  wegen der heiligen Zahl 3, die die 666 einhüllt. Nun gut, insgesamt wird dieses konstruierte Rätsel  und die Art der Lösung die Geocacher nicht wirklich begeistern. In einem Kommentar zum gleichnamigen Buch las ich auch, dass die Rätsel im Buch auch nicht unbedingt zum Selberlösen einladen. Schade eigentlich, Chance vertan.

Fans der Reihe können nun allerdings eine Ergänzung im drei Fragezeichen Wiki vornehmen, denn nun sind sogar die Koordinaten von Rocky Beach gegeben und sie müssen nicht mehr spekulieren, wo das fiktive Städtchen auf der realen Landkarte liegen könnte.

Von den Rätseln dürfen sich Geocacher also nicht zuviel versprechen. Der weitere Verlauf der Geschichte ist aber trotzdem abwechslungsreich und spannend. Das Ende ist Geschmackssache. Mir kam es allerdings dann doch sehr abgehoben und kitschig vor.

Geocaching bleibt am Leben

Die diversen Charaktere, die mal hier mal da eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen, kann man schnell durcheinander bringen. Für Kinder ist die Geschichte wohl eher schwierig zu erfassen. Allerdings erinnere ich mich, dass ich meine Hörspielkassetten so oft gehört hatte, dass ich fast schon mitsprechen konnte.

Insgesamt gibt es in diesem Hörspiel keine wirklich peinlichen Stellen. Eine realistische Darstellung der Geocaching Community findet sich aber eher nicht. Der Geocaching Club ist ja in der Realität eher die Ausnahme als die Regel. Eine Darstellung eines Geocaching-Events hätte es wohl besser getroffen. Weiterhin wird dargestellt, dass Geocaching eher von Jugendlichen gespielt wird als von Erwachsenen, das widerspricht meiner Erfahrung. Die Sorgen der Deborah Rodman, dass Geocaching ein schlechtes Ansehen in der Bevölkerung bekommen könnte, sind im Zusammenhang der Geschichte völlig plausibel und wirken nicht  wie eine Anspielung auf Konflikte zwischen Geocachern und Grundbesitzern oder Jägern im realen Leben.

Die Geschichte hat zwar etwas mit Geocaching zu tun, beschränkt sich aber auf das Lösen von Rätseln und entwickelt ihre eigene Dynamik. Es geht vornehmlich darum den Dieb zu fassen und dabei spielen die Detektivarbeit, wie Observieren, Hinterherspionieren, Fallen stellen, mit der Polizei zusammenzuarbeiten eine viel entscheidendere Rolle als Geocaching. Auf typische Elemente wie Multis, Mikros, Reviewer, Nachtcache, Klettercache, Lost Place, die sich für so eine Geschichte auch eignen würden, wird völlig verzichtet und das ist wahrscheinlich auch besser so….. für das Geocaching ;-)

 

 

 

 

 

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