Mega Berlin 3. Aug. 2013

20130803

Imposant ist er schon dieser Lost Place, allerdings ist es umso bizarrer mit tausenden anderer Geocacher auf abgesperrten Wegen hindurch zu wandeln. Wie sich später bei der Parkführung herausstellte, wurde das begehbare Gebiet sogar noch stärker eingegrenzt als es z.B. bei einer regulären Wochenendführung zu besichtigen ist. Wer das Mega Event verpasst hat, der kann also getrost auf eigene Faust dorthin fahren und sich über das Gelände lotsen lassen. Man sollte allerdings nicht auf die Idee kommen das Gelände außerhalb der Führungen zu erobern. Es werden täglich 500 “Einbrecher” verhaftet, hieß es während der Führung und auf das Raunen in der Menge kam dann noch die Information, dass ja auf dem  Berliner Teufelsberg auf dem verlassenen Gelände der amerikanischen Abhörstation täglich 2000 Einbrecher gefasst werden, halleluja. Da frag ich mich, ob der Herr Hoecker auch einmal unter den 2000 war. Schließlich hat er seinen Besuch mal in einem Buch veröffentlicht.

Führung

Die Führungen wurden von Christopher Flade durchgeführt, der diese auch regulär am Wochenende anbietet. Er hat die Webseite www.berliner-spreepark.de ins Leben gerufen und hat mittlerweile sogar ein Buch über die Geschichte des Parks veröffentlicht. Die Geschichte ist auch ziemlich spektakulär. Ich will sie hier nicht im Detail wiedergeben, weil das der Herr Flade wesentlich besser kann. Ja, ich würde sogar soweit gehen und behaupten, an ihm ist ein Kabarettist verloren gegangen. Die Führung war jedenfalls extrem unterhaltsam. Im wesentlichen geht es darum, welche Steine dem Spreeparkbetreiber Herrn Witte seitens der Berliner Verwaltung in den Weg gelegt wurden (Investitionen für eine jährliche Besucherzahl von 1,5 Millionen, Senatsvorgabe: nicht mehr als 500.000 Besucher pro Jahr) und welche abenteuerlichen und tragischen Ereignisse im Leben des Herrn Witte passiert sind (Auswanderung nach Peru, Verhaftung wegen Drogenschmuggels).

Gelände

Rundweg

Aber nun zum Mega-Event. Auf dem Gelände bewegte man sich auf einer Art Rundweg, daher kam man nicht an der obligatorischen Kinder-Ecke, Kommerz-Ecke und Imbiss-Ecke vorbei. Die Kinder-Ecke konnte ich mangels Zubehör diesmal nicht testen. Viele Cacher machten Fotos von den Fahrgeschäften und verfallenen Gebäuden so gut es ging. Da manchem der Blick vom Weg aus nicht reichte, kam ab und zu auch ein Mensch mit Fotoapparat hinter den Absperrungen hervorgekrochen. Wie oben beschrieben, das geht am Wochenende auch legal.

Autogrammstunde

Caches konnte man auch einige außerhalb des Spreeparkgeländes finden. Manche wurden zum Event noch extra mit großem Logbuch versehen. Offenbar gab es am Infostand auch einige Logbücher von Innenstadt-Caches zu besichtigen, bzw. zu signieren. Diese Caches lagen teilweise weit vom Eventgelände entfernt. Jeder konnte sich in die Logbücher einschreiben, egal ob er jemals am Cache war, oder nicht. Den Sinn dieser Aktion habe ich bis heute noch nicht wirklich verstanden. Ok, möglicherweise wird der ein oder andere Cache verstärkt geloggt und dass ein Mikro-Logbuch irgendwann voll ist, ist auch klar, aber wieso sollte ich mich in ein Logbuch von einem Cache eintragen, den ich noch nicht besucht habe? Irgendwie glauben manche wohl ein Mega Event ist der Freifahrtschein für das ungenierte Punkte-holen.ka

Eine ähnliche Skurilität ist das übliche Dosen-Herumreichen. Man muss eigentlich nur in die Nähe von Tradi Dosen kommen, meist sind schon andere da und man kann sich ohne zu suchen eintragen. In diesem Fall raubt es dem Cachen eigentlich auch seinen Sinn aber immerhin hat man das GPS Gerät in der Hand gehabt und kann sich überlegen, ob man die Dose auch alleine gefunden hätte. In ein paar Fällen gibt es auch Zusammenkünfte der netten Art. Sobald man mit wenigen anderen Cachern zusammen am Ziel ankommt und gemeinsam sucht, macht die Sache dann wieder Spaß.

Schön ist auch der Umstand, dass alle Geocacher das ganze Wochenende mit Bändchen am Handgelenk markiert sind. Man kann also überall zunächst einen prüfenden Blick auf die Handgelenke werfen und weiß z.B. beim Cache-Suchen, ob man unauffällig bleiben muss, oder das gleiche Ziel hat. Genauso läufts im Cafe oder in der U-Bahn, genial.

Kleiner Tipp für 2014: Essen und chillen kann man wunderbar auf der Insel der Jugend in der Nähe des Event Geländes ca. N 52° 29.230 E 013° 28.920

 

 

Kommentare nicht mehr möglich.